Reisen verändern sich – und man selbst oft gleich mit
Wenn ich heute auf meine Reisen zurückblicke, merke ich vor allem eine Sache:
Mit jeder Reise wurde ich entspannter.
Am Anfang war oft dieses mulmige Gefühl da.
Neue Orte, fremde Menschen, andere Sprachen und immer die Frage:
„Was, wenn etwas schiefgeht?“
Früher dachte ich immer, die besten Reisen wären die perfekt geplanten.
Die schönsten Hotels, die besten Aktivitäten und am besten ein kompletter Plan für jeden Tag. Einfach ankommen und genau wissen, was man macht.
Heute sehe ich das ehrlich gesagt etwas anders.
Denn die Momente, die mir bis heute am meisten im Kopf geblieben sind, waren fast nie geplant.
Oft waren es genau die Situationen, die spontan entstanden sind. Die Momente, in denen man einfach etwas gemacht hat, ohne groß darüber nachzudenken. Und manchmal waren es sogar genau die Dinge, die eigentlich eine ziemlich dumme Idee waren 😄
Doch mit jeder Reise verschwand diese Unsicherheit langsam ein Stück mehr.
Denn irgendwann merkt man:
Für die meisten Probleme findet sich meistens doch irgendwie eine Lösung.
Natürlich läuft nicht immer alles perfekt. Manchmal geht auch etwas schief oder man landet in Situationen, mit denen man vorher niemals gerechnet hätte.
Aber selbst dann steht man meistens wieder auf. Oft sogar mit einer guten Geschichte mehr.
Frankreich – vom entspannten Urlaub plötzlich in einer Arena
Eines der ersten Beispiele dafür war unser Frankreich-Urlaub in Moliets-et-Maa.
Eigentlich wollten wir dort einfach nur entspannen:
- Strand
- Surfen
- lange Sommerabende
- günstige Baguettes
- und einfach eine gute Zeit mit Freunden haben
Doch plötzlich standen wir bei einem lokalen Fest in einer Arena.
Und ehe ich richtig nachdenken konnte, lief dort ein echter Stier herum und wir waren mitten drin.
Rückblickend wahrscheinlich keine besonders kluge Entscheidung.
Der Puls komplett am Anschlag, kaum die Sprache verstanden und trotzdem einfach gemacht.

Ab diesem Moment wurde aus einem entspannten Urlaub plötzlich ein Überlebensspiel 😅
Aber genau diese völlig spontane Aktion ist heute eine der Erinnerungen, über die wir noch Jahre später lachen.
Nicht wegen des perfekten Strandes oder irgendeines Hotels.
Sondern wegen eines Moments, den niemand geplant hatte.
Die komplette Geschichte über meinen spontanen Ausflug in die Stierarena gibt es hier 😄
Damals war vieles noch einfach spontan und ohne groß nachzudenken.
Doch mit den nächsten Reisen veränderte sich nicht nur die Art zu reisen, sondern auch mein eigenes Gefühl dabei.
Während in Frankreich eher der Spaß und das Abenteuer im Vordergrund standen, zeigte mir Griechenland später etwas ganz anderes:
Dass viele Grenzen oft nur im eigenen Kopf existieren.
Griechenland – meine erste Reise alleine
Ein paar Jahre später kam dann meine erste Reise alleine nach Griechenland.
Und ehrlich gesagt:
Vorher hatte ich deutlich mehr Sorgen im Kopf als Vorfreude.
Ich hatte vorher viele Gedanken:
- Was, wenn etwas schiefgeht?
- Was, wenn ich mich alleine fühle?
- Was, wenn ich damit gar nicht klarkomme?
Rückblickend waren viele dieser Sorgen komplett unbegründet.
Denn genau diese Reise hat mir gezeigt, wie viel man eigentlich gewinnen kann, wenn man sich einfach traut.
Neue Gespräche, neue Erfahrungen und vor allem das Gefühl, plötzlich deutlich selbstständiger zu werden.
Wahrscheinlich hätte ich all das nie erlebt, wenn ich nur zuhause geblieben wäre, weil sich etwas ungewohnt anfühlt.
Manchmal muss man einfach den ersten Schritt machen.
Der Rest ergibt sich oft von selbst.

Warum meine erste Solo-Reise nach Griechenland so besonders war, habe ich hier ausführlicher beschrieben.
Genau dieses Gefühl, einfach mal etwas zu wagen, wurde mit jeder Reise stärker.
Und irgendwann kam dann eine Reise, die mich deutlich weiter aus meiner Komfortzone holen sollte als alles davor:
Kuba.
Kuba – komplett aus der Komfortzone
Kuba war vermutlich die Reise, die mich am meisten aus meiner Komfortzone geholt hat.
Ein komplett fremdes Land.
Eine andere Sprache.
Wenig Internet.
Eine völlig andere Kultur.
Und das Ganze damals auch noch ziemlich spontan.

Natürlich gab es Momente, in denen man sich unsicher fühlt oder merkt, wie weit man eigentlich von zuhause entfernt ist.
Aber genau das war am Ende wahrscheinlich einer der Gründe, warum diese Reise so besonders wurde.
Man konnte sich nicht einfach ständig mit dem Handy beschäftigen oder alles perfekt planen.
Man musste sich auf das Land einlassen.
Auf die Menschen.
Auf die Situation.
Und genau dadurch entstehen oft die Erinnerungen, die am längsten bleiben.
Wie Kuba mich komplett aus meiner Komfortzone geholt hat, kannst du hier weiterlesen.
Mit jeder Reise wurde ich dadurch offener für neue Erfahrungen, spontane Begegnungen und Situationen, die man zuhause vermutlich niemals erlebt hätte.
Besonders gemerkt habe ich das später noch einmal in der Türkei.
Türkei – Dinge, die zuhause wahrscheinlich nie passiert wären
Mit jeder Reise wurde ich offener für neue Erfahrungen und spontane Begegnungen.
Das habe ich besonders in der Türkei gemerkt.
Auch dort waren es am Ende nicht nur das Meer oder das Hotel, die in Erinnerung geblieben sind.
Sondern eher die spontanen Begegnungen.
Eines Tages kamen wir mit jemandem am Strand ins Gespräch. Ganz normal und zufällig, wie es auf Reisen manchmal passiert.
Am Ende wurde ich plötzlich eingerenkt und bekam sogar eine Akupunktur-Behandlung direkt vor Ort 😄
Wenn mir das vorher jemand erzählt hätte, hätte ich wahrscheinlich selbst gelacht.
Das Verrückte daran:
Ein paar Tage später gab es tatsächlich sogar noch eine Blutegel-Behandlung.
Rückblickend wahrscheinlich nicht die vernünftigste Entscheidung meines Lebens – auch wenn die Person durchaus Erfahrung hatte.
Heute würde ich solche Dinge vermutlich eher in professioneller medizinischer Umgebung machen lassen.
Trotzdem zeigt genau diese Situation für mich, wie unerwartet und spontan Reisen manchmal sein können.
Denn oft entstehen genau dann die Geschichten, mit denen man vorher niemals gerechnet hätte.

Auch unsere Türkei-Reise entwickelte sich deutlich spontaner als ursprünglich geplant 😄
Vielleicht sind genau das die besten Reisen
Natürlich können geplante Reisen unglaublich entspannend sein.
Aber manchmal nimmt man sich dadurch auch die Möglichkeit, Dinge einfach entstehen zu lassen.
Denn die stärksten Erinnerungen entstehen oft genau dann:
- wenn nicht alles perfekt läuft
- wenn etwas spontan passiert
- wenn man sich einfach traut
- oder wenn man über seinen eigenen Schatten springt
Nicht jeder ungeplante Moment wird automatisch gut.
Aber oft sind es genau diese Situationen, die man Jahre später noch im Kopf hat.
Nicht wegen Perfektion.
Sondern weil sie echt waren.
Fazit
Die besten Reisen bestehen für mich heute nicht mehr nur aus Sehenswürdigkeiten oder perfekten Plänen.
Sondern aus:
- spontanen Entscheidungen
- unerwarteten Begegnungen
- lustigen Geschichten
- kleinen Chaos-Momenten
- und Erfahrungen, die man vorher nie geplant hätte
Vielleicht muss man im Leben manchmal einfach diesen ersten Schritt machen, auch wenn man noch nicht genau weiß, was passiert.
Denn egal ob kleine Probleme, ungeplante Situationen oder Momente, in denen man sich erstmal verloren fühlt – irgendwie ergibt sich meistens doch eine Lösung.
Man muss sie manchmal nur finden.
Und vielleicht sind genau das am Ende die Erfahrungen, die einen wirklich weiterbringen.

